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  • Erinnerungen!

    Eine Bank-Geschichte!

    Das tut man ja eigentlich nicht – anderer Leute Gespräche belauschen.
    Aber vor ein paar Jahren habe ich es getan und ich schäme mich kein bisschen dafür.
    Es treibt mir heute noch ein Schmunzeln ins Gesicht.

    Ich möchte Euch von dem belauschten Gespräch erzählen…

    Auf einer Bank sitzen drei alte Damen. Zwei noch recht rüstig, aber die eine schon stark vom Alter gezeichnet. Ich sitze auf einer Nebenbank und kann das Gespräch gut verfolgen. Es wird, wie soll es auch sein, über Krankheiten geredet. Die Darstellungen der Wehwehchen sind so ausführlich, dass ich sie körperlich spüren kann.

    Etwas später gesellt sich noch ein älterer Herr dazu. Er erzählt den Dreien Geschichten aus seinem Leben. Der alte Mann bringt nicht nur die drei alten Damen zum lachen. Er fühlt sich wie der Hahn im Korb und wird mutig. Der Gute gibt einen etwas frivolen Witz zum Besten.

    > Oma und Opa sitzen vor dem Fernseher. Oma möchte sich eine Kochsendung ansehen. Opa ist gelangweilt und fragt: "Warum schaust Du Dir die Sendung an, du kannst doch gar nicht kochen?" Oma ist nicht auf den Mund gefallen und fragt: "Und warum schaust du dir Pornofilme an?" <

    Es folgt großes Gelächter. Bevor ich meinen Lauschposten aufgebe, höre ich noch wie sich die Vier für den nächsten Tag zum Kaffeetrinken verabreden.

    Ich habe die alten Leutchen nie wieder getroffen, aber vermutlich haben sie noch viele schöne Stunden miteinander verbracht.

    Copyright L. Wilde

    Ich wünsche Euch allen ein schönes Wochenende!

    Lieben Gruß,
    Lilo

  • Die Legende von den drei grünen Zweigen (n. Gebr. Grimm)


    Es war einmal ein Einsiedler, der lebte in einem Walde an dem Fusse eines Berges und brachte seine Zeit in Gebet und guten Werken zu, und jeden Abend trug er noch zur Ehre Gottes ein paar Eimer Wasser den Berg hinauf. Manches Tier wurde damit getränkt und manche Pflanze damit erquickt, denn auf den Anhöhen weht beständig ein harter Wind, der die Luft und die Erde austrocknet. Und weil der Einsiedler so fromm war, so ging ein Engel Gottes, seinen Augen sichtbar, mit ihm hinauf, zählte seine Schritte und brachte ihm, wenn die Arbeit vollendet war, sein Essen, so wie jener Prophet auf Gottes Geheiss von den Raben gespeiset ward.

    Als der Einsiedler in seiner Frömmigkeit schon zu einem hohen Alter gekommen war, da trug es sich zu, dass er einmal von weitem sah, wie man einen armen Sünder zum Galgen führte. Er sprach so vor sich hin 'jetzt widerfährt diesem sein Recht.' Abends, als er das Wasser den Berg hinauftrug, erschien der Engel nicht, der ihn sonst begleitete, und brachte ihm auch nicht seine Speise. Da erschrak er, prüfte sein Herz und bedachte, womit er wohl könnte gesündigt haben, weil Gott also zürne, aber er wusste es nicht. Da ass und trank er nicht, warf sich nieder auf die Erde und betete Tag und Nacht. Und als er einmal in dem Walde so recht bitterlich weinte, hörte er ein Vöglein, das sang so schön und herrlich; da ward er noch betrübter und sprach 'wie singst du so fröhlich! dir zürnt der Herr nicht: ach, wenn du mir sagen könntest, womit ich ihn beleidigt habe, damit ich Buße täte und mein Herz auch wieder fröhlich würde!' Da fing das Vöglein an zu sprechen und sagte 'du hast unrecht getan, weil du einen armen Sünder verdammt hast, der zum Galgen geführt wurde, darum zürnt dir der Herr; er allein hält Gericht. Doch wenn du Buße tun und deine Sünde bereuen willst, so wird er dir verzeihen.'

    Da stand der Engel neben ihm und hatte einen trockenen Ast in der Hand und sprach 'diesen trockenen Ast sollst du so lange tragen, bis drei grüne Zweige aus ihm hervorspriessen, aber nachts, wenn du schlafen willst, sollst du ihn unter dein Haupt legen. Dein Brot sollst du dir an den Türen erbitten und in demselben Hause nicht länger als eine Nacht verweilen. Das ist die Buße, die dir der Herr auflegt.'

    Da nahm der Einsiedler das Stück Holz und ging in die Welt zurück, die er so lange nicht gesehen hatte. Er ass und trank nichts, als was man ihm an den Türen reichte; manche Bitte aber ward nicht gehört, und manche Türe blieb ihm verschlossen, also dass er oft ganze Tage lang keinen Krumen Brot bekam. Einmal war er vom Morgen bis Abend von Türe zu Türe gegangen, niemand hatte ihm etwas gegeben, niemand wollte ihn die Nacht beherbergen, da ging er hinaus in einen Wald und fand endlich eine angebaute Höhle, und eine alte Frau sass darin. 


    Da sprach er 'gute Frau, behaltet mich diese Nacht in Euerm Hause.' Aber sie antwortete 'nein, ich darf nicht, wenn ich auch wollte. Ich habe drei Söhne, die sind bös und wild, wenn sie von ihrem Raubzug heim kommen und finden Euch, so würden sie uns beide umbringen.' Da sprach der Einsiedler 'lasst mich nur bleiben, sie werden Euch und mir nichts tun,' und die Frau war mitleidig und liess sich bewegen. Da legte sich der Mann unter die Treppe und das Stück Holz unter seinen Kopf. Wie die Alte das sah, fragte sie nach der Ursache, da erzählte er ihr, dass er es zur Buße mit sich herumtrage und nachts zu einem Kissen brauche. Er habe den Herrn beleidigt, denn als er einen armen Sünder auf dem Gang nach dem Gericht gesehen, habe er gesagt, diesem widerfahre sein Recht. Da fing die Frau an zu weinen und rief 'ach, wenn der Herr ein einziges Wort also bestraft, wie wird es meinen Söhnen ergehen, wenn sie vor ihm im Gericht erscheinen.'

    Um Mitternacht kamen die Räuber heim, lärmten und tobten. Sie zündeten ein Feuer an, und als das die Höhle erleuchtete und sie einen Mann unter der Treppe liegen sahen, gerieten sie in Zorn und schrien ihre Mutter an 'wer ist der Mann? haben wirs nicht verboten, irgend jemand aufzunehmen?' Da sprach die Mutter 'lasst ihn, es ist ein armer Sünder, der seine Schuld büsst.' Die Räuber fragten 'was hat er getan? Alter,' riefen sie, erzähl uns deine Sünden.' Der Alte erhob sich und sagte ihnen, wie er mit einem einzigen Wort schon so gesündigt habe, dass Gott ihm zürne, und er für diese Schuld jetzt büsse. Den Räubern ward von seiner Erzählung das Herz so gewaltig gerührt, dass sie über ihr bisheriges Leben erschraken, in sich gingen und mit herzlicher Reue ihre Buße begannen. Der Einsiedler, nachdem er die drei Sünder bekehrt hatte, legte sich wieder zum Schlafe unter die Treppe. Am Morgen aber fand man ihn tot,' und aus dem trocknen Holz, auf welchem sein Haupt lag' waren drei grüne Zweige hoch emporgewachsen. Also hatte ihn der Herr wieder in Gnaden zu sich aufgenommen.

  • Die Sterntaler!

    von den Gebrüder Grimm

    Es war einmal ein kleines Mädchen, dem war Vater und Mutter gestorben, und es war so arm, daß es kein Kämmerchen mehr hatte, darin zu wohnen, und kein Bettchen mehr hatte, darin zu schlafen, und endlich gar nichts mehr als die Kleider auf dem Leib und ein Stückchen Brot in der Hand, das ihm ein mitleidiges Herz geschenkt hatte.
    Es war aber gut und fromm. Und weil es so von aller Welt verlassen war, ging es im Vertrauen auf den lieben Gott hinaus ins Feld.
    Da begegnete ihm ein armer Mann, der sprach: »Ach, gib mir etwas zu essen, ich bin so hungerig.« Es reichte ihm das ganze Stückchen Brot und sagte: »Gott segne dir's«, und ging weiter. Da kam ein Kind, das jammerte und sprach: »Es friert mich so an meinem Kopfe, schenk mir etwas, womit ich ihn bedecken kann.« Da tat es seine Mütze ab und gab sie ihm. Und als es noch eine Weile gegangen war, kam wieder ein Kind und hatte kein Leibchen an und fror: da gab es ihm seins; und noch weiter, da bat eins um ein Röcklein, das gab es auch von sich hin. Endlich gelangte es in einen Wald, und es war schon dunkel geworden, da kam noch eins und bat um ein Hemdlein, und das fromme Mädchen dachte: »Es ist dunkle Nacht, da sieht dich niemand, du kannst wohl dein Hemd weggeben«, und zog das Hemd ab und gab es auch noch hin.

    Und wie es so stand und gar nichts mehr hatte, fielen auf einmal die Sterne vom Himmel, und waren lauter blanke Taler; und ob es gleich sein Hemdlein weggegeben, so hatte es ein neues an, und das war vom allerfeinsten Linnen. Da sammelte es sich die Taler hinein und war reich für sein Lebtag.

    Mit diesem Märchen wünsche ich Euch einen geruhsamen 3. Adventssonntag,

    Eure Lilo

  • So war es damals!

    Liebe Blogfreunde,

    heute möchte ich Euch eine Geschichte aus meinem Leben erzählen.

    Wie Ihr an meinem Alter unschwer erkennen könnt wurde ich in eine Zeit hineingeboren in der es nicht viel gab.
    Es reichte kaum zum überleben. Luxus, wie wir ihn heute kennen, den gab es nicht.
    Die Lebensmittel wurden noch zugeteilt und oft wurde ich mit den Bezugsmarken zum Milch holen losgeschickt. Die Ausgabeleiterin gab Kindern stets einen kleinen Schluck extra.

    Es ging wieder auf die Weihnachtszeit zu und es stellte sich die Frage, wie kann man das Fest einigermaßen gestalten. Es galt uns Kindern in der schweren Zeit etwas Freude zu machen.
    Zum Glück hatten wir eine sehr gute Nachbarschaft und es wurde alles geteilt.
    Der eine hatte Eier, der andere etwas Zucker und der 3. hatte Fett und Mehl ergattert. Zusammen ergab es einen leckeren Kuchen.
    Die Feiertage verbrachten unsere Familien in einer Wohnung, denn auf diese Weise sparten wir auch noch die Kohlen. Außerdem haben die Kerzen auch sehr viel länger gereicht.
    Das war vielleicht ein wunderschönes Weihnachtsfest. Jeder bekam ein kleines Stückchen vom Kuchen. Ich habe in meinem Leben nie wieder so einen leckeren Kuchen gegessen.

    Als Weihnachtsgeschenk bekam ich damals ein paar Schuhe. Sie waren schon getragen, aber ich war so glücklich darüber und meine Mutter strahlte über das ganze Gesicht. Einige Jahre später erfuhr ich, dass sie ihre Lieblingsbluse gegen die Schuhe eingetauscht hatte.
    Die Schuhe waren mein ganzer Stolz, aber ich wuchs ziemlich rasch und bald passten sie mir nicht mehr. Kurzerhand hatte Oma die Spitze von den Schuhen abgeschnitten, somit bekamen meine großen Zehen Freigang und ich konnte sie noch sehr lange tragen.

    Not macht eben erfinderisch!

    Lieben Gruß,
    Eure Lilo.

  • Neues aus der Nachbarschaft!

    Meine liebes Frauchen – DU, die Mutter unseres Haushaltes!

    Die Kur hast du nötig und ich gönne sie dir von Herzen. Du bist dort sicher sehr beschäftigt, denn dein Brief an mich war recht kurz.

    Doch um deine Frage zu beantworten, mir geht es gut und ich schaffe den Haushalt ganz prima alleine. Nur einiges hättest du mir vor deiner Abreise schon erläutern können…

    Hier einige Beispiele:
    Wie lange muss ich die Eier kochen, sie sind nach 1 Stunde immer noch nicht weich?
    Warum sind meine Socken jetzt plötzlich zu klein und die restliche Wäsche so bunt? Die Hemden sehen richtig lustig aus, sie werden dir auch gefallen.
    Warum springt die Bratpfanne vom Herd, ich habe sie doch nur heiß gemacht, weil ich mir ein paar Bratkartoffeln machen wollte? Unsere Mieze war so erschrocken, dass sie gleich an der Küchengardine hoch ist – na war nicht so schlimm, sie sind beide unverletzt runter gekommen. Die Gardine werde ich bei der Gelegenheit gleich mit meinen nächsten Socken waschen.
    Ja und die Kaffeemaschine wollte mir einfach keinen Kaffee machen. Dabei hatte ich sie doch extra an die Wasserleitung angeschlossen, aber das hat ihr scheinbar nicht gefallen. Sie hat nur "puff" gemacht und dann war der Strom in der ganzen Wohnung weg. Leider hat die Stichflamme unseren Pitti erwischt, nun hat er keine Federn mehr.
    Der Toaster hat seinen Geist auch aufgegeben, dabei wollte ich doch nur ein kleines Tiefkühlgericht aufwärmen.

    Ich glaube die Küchengeräte sind nur an dich gewöhnt, sie mögen mich einfach nicht!

    Vorhin war ich kurz in der Bäckerei, irgendetwas muss ich ja essen, ich falle sonst vom Knochen und du erkennst mich bei deiner Rückkehr nicht wieder. Als ich vom Bäcker zurück kam stand die Wohnung unter Wasser. Dabei wollte ich doch nur die Blumen in der Badewanne wässern. Das tust du doch auch ab und zu. Auf dem Rückweg habe ich mich allerdings ein wenig mit Paul verplaudert, zugegeben so ein kleines Bierchen in Gesellschaft tat richtig gut. Nur Pech für die Krauses unter uns, das Wasser lief zu ihnen durch. Aber die sollen sich mal nicht so haben, die Wohnung hatte mal eine Grundreinigung nötig. Na und dann habe ich mir dein Grinsen vorgestellt, denn du kannst die Alte sowieso nicht leiden. Nur schlecht für uns, den Schaden müssen wir selber begleichen. Ich hatte die Haftpflichtversicherung gekündigt damit ich dir für deine Kur ein angemessenes Taschengeld mitgeben konnte.

    Ach, noch eine kleine Information für dich: Stell dir vor, mein Chef hat mich gestern gekündigt, nur weil ich jeden Morgen ein paar Minuten zu spät zur Arbeit gekommen bin. Du konntest mich ja nicht wecken, weil du nicht da bist.

    Aber mach dir keine Sorgen, wir werden nicht verhungern, bis ich eine neue Arbeit gefunden habe kannst du erst einmal arbeiten gehen. Diverse Putzstellen habe ich schon für dich gefunden.

    Meine Liebe, ich hoffe du freust dich wenn du endlich wieder nach Hause kommen darfst?

    In Liebe dein Männchen.

    Copyright - L. Wilde 10/2013

    Lieben Gruß,
    Eure Lilo

  • Das Totenhemdchen (nach den Gebr. Grimm) zum lesen und / oder hören

    Es hatte eine Mutter ein Büblein von sieben Jahren, das war so schön und lieblich, dass es niemand ansehen konnte, ohne mit ihm gut zu sein, und sie hatte es auch lieber als alles auf der Welt. Nun geschah es, dass es plötzlich krank ward, und der liebe Gott es zu sich nahm; darüber konnte sich die Mutter nicht trösten und weinte Tag und Nacht. Bald darauf aber, nachdem es begraben war, zeigte sich das Kind nachts an den Plätzen, wo es sonst im Leben gesessen und gespielt hatte; weinte die Mutter, so weinte es auch, und wenn der Morgen kam, war es verschwunden. Als aber die Mutter gar nicht aufhören wollte zu weinen, kam es in einer Nacht mit seinem weissen Totenhemdchen, in welchem es in den Sarg gelegt war, und mit dem Kränzchen auf dem Kopf, setzte sich zu ihren Füssen auf das Bett und sprach 'ach Mutter, höre doch auf zu weinen, sonst kann ich in meinem Sarge nicht einschlafen, denn mein Totenhemdchen wird nicht trocken von deinen Tränen, die alle darauf fallen.' Da erschrak die Mutter, als sie das hörte, und weinte nicht mehr. Und in der andern Nacht kam das Kindchen wieder, hielt in der Hand ein Lichtchen und sagte 'siehst du, nun ist mein Hemdchen bald trocken, und ich habe Ruhe in meinem Grab.' Da befahl die Mutter dem lieben Gott ihr Leid und ertrug es still und geduldig, und das Kind kam nicht wieder, sondern schlief in seinem unterirdischen Bettchen.

  • Der arme, reiche Mann

    Es war einmal ein alter Mann der zeitlebens ehrlich und tüchtig war, es aber nicht zu Wohlstand gebracht hatte. Seine Frau war gestorben, er lebte sehr bescheiden aber gab sogar noch anderen. Klopfte ein Bettler an seine Tür so bat er ihn gastfreundlich herein, teilte sein Essen mit ihm und wenn er mal ein Stück Fleisch hatte, so gab er das dem Bettler. Er dachte bei sich „du hast jeden Tag etwas auf dem Tisch, der arme Mann sicherlich nicht. Also soll er sich hier richtig satt essen“

    Selbst Brotkrümel warf er nicht fort sondern fütterte damit die Vögel. Er ging Sonntags zur Kirche und warf auch immer etwas in den Klingelbeutel. Aber der Mann grämte sich, weil er nicht mehr geben konnte. Oftmals haderte er mit seinem Schicksal und sprach im Stillen zu Gott „ich habe meinem König treu gedient, ich habe immer gearbeitet und war niemals verschwenderisch. Ist das der Lohn dafür, dass man jeden Pfennig dreimal umdrehen muss? Warum hast Du mich nicht Kaufmann werden lassen, wie den dicken Johann Kramer? Oder Apotheker wie den Jakob Unzling? Warum wurde ich nicht auf einem schönen Hof geboren wie der Bauer Hans Scheffel? Warum geht’s nicht ein klein bisserl gerechter auf der Welt zu?
    Eines Tages im Winter klopfte es bei ihm und ein zerlumpter steinalter Mann stand vor der Tür.

    Seine Kleider waren so abgetragen, dass sie kaum noch zusammen hielten und er selbst war sehr schwach. Der Mann holte den Bettler in sein Haus und richtete als erstes sein eigenes Bett, damit der Greis sich wärmen konnte und kochte eine Brotsuppe. Die war aber sehr dünn und konnte kaum die Lebensgeister wecken. Der Bettler fieberte und stöhnte, konnte kaum etwas essen. „Dem Mann muss geholfen werden sonst stirbt er“ dachte der Arme bei sich, legte noch etwas Holz ins Feuer und versprach dem Bettler bald zurück zu sein. Dann machte er sich auf den Weg zum Bauern Scheffel, klopfte an dessen Tür und bat um ein altes Huhn für eine kräftige Suppe. Nicht für sich selbst, betonte er und Bauer Scheffel fragte neugierig für wen es denn sein solle?! Der Mann erklärte es kurz und Bauer Scheffel schaute ihn verschlagen an: „so so, du willst den barmherzigen Samariter spielen, den der Pfarrer in der Predigt so oft erwähnt? Dann musst du auch die Kosten tragen! Überschreibe mir deinen kleinen Acker und du bekommst das Huhn!“ Der arme Mann stotterte „aber… ich habe doch nur dieses kleine Stückchen Land was du Acker nennst! Darauf baue ich Kartoffeln und Kohl für den Winter an – sofern ich Saatgut habe, damit ich im Winter etwas zu essen habe!“ „Ja und?“ fuhr ihn der Bauer an „umsonst ist nicht einmal der Tod!“ und wollte die Tür zuschlagen. Doch der Mann willigte ein und der reiche Bauer gab ihm ein altes, zähes Huhn „das lass nur recht lange kochen, da macht dich der Geruch schon satt“
    .
    Der Mann eilte nach Hause und setzte einen großen Topf mit Wasser über dem Feuer auf in den er das Huhn gab. Er ging zum Bettler und erschrak weil dieser wie das Feuer selbst im Fieber glühte. Er machte sich erneut auf den Weg, diesmal zum Apotheker. Unwillig über die späte Störung öffnete dieser die Tür „was willst du?“ fragte er als er den Mann erkannte. „Ich brauche Medizin gegen Fieber, ganz dringend“ „Wozu? Du scheinst kein Fieber zu haben?!“ lachte der Apotheker. „Nein, ich nicht! Aber ein Bettler stand vor meiner Tür und der leidet Fieberqualen!“ erwiderte der Mann „Ach so, du willst den barmherzigen Samariter spielen, den der Pfarrer in der Predigt so oft erwähnt? Die Medizin kostet aber!“ „Ich habe doch nichts! So gebt mir doch um der Barmherzigkeit Willen etwas von der Medizin!“ „Barmherzigkeit? Davon kann ich nicht leben, aber du hast zwei Goldringlein an deiner Hand, gib mir einen davon und du bekommst was du brauchst“ Der Mann erschrak – die Ringe waren die Eheringe von ihm und seiner verstorbenen Frau. Er dachte bei sich: gib ihm deinen Ring, den Ring deiner Frau behältst du zum Andenken an sie. Und so willigte er ein. Der Apotheker gab ihm ein kleines Tütchen mit Kräutern aus dem er einen Sud kochen und heiß verabreichen sollte.

    Er eilte nach Hause, bereitete den Tee und flößte ihm dem Greis ein. Beruhigt sah er, dass der Alte ruhiger atmete und nach einiger Zeit das Fieber tatsächlich sank. Nun legte er sich selbst auf den Boden vor dem Feuer und schlief sofort ein. Ihm träumte dass er auf einer große Wiese ging, so groß dass man weder Anfang noch Ende sehen konnte. Kristallklare Bäche plätscherten sacht, überall wuchsen Obstbäume mit den herrlichsten Früchten und Vögel zwitscherten. Und noch etwas war zu hören, eine wundersame Melodie die sich in die Seele grub und alle Sehnsucht stillte.

    Am Morgen ging es dem Bettler sehr viel besser und dankbar schlürfte er die heiße Hühnerbrühe, die der Mann ihm gänzlich überließ während er selbst nur trockenes Brot aß. Er sprach zu dem Alten : “bleib nur noch hier bis du wieder gesund bist, es wird wieder kälter und hier ist es warm. Gehst du jetzt fort wirst du wieder richtig krank.“ Der Bettler blickte ihn dankbar an und sank wieder aufs Bett, denn er war noch recht geschwächt. Der Mann überlegte, dass der Alte in dem Zeug schneller den Tod finden würde als er sich umdrehen kann. Da er selbst nur das hatte, was er am Leibe trug, machte er sich wieder auf den Weg, diesmal zum Kaufmann Kramer. Er betrat das Kontor und wartete, bis der Kaufmann ihn ansprach. „Nun? Was möchtest du?“ „Ich komme nicht meinetwegen, es ist so dass ich Sie um einen einfachen Mantel bitten möchte – und vielleicht um ein Paar Schuhe. Gebraucht natürlich!“ Denn der Kramer-Kaufmann nahm auch getragene Kleidung in günstige Zahlung, die er hin und wieder ‚der Kirche‘ für Bedürftige spendete, natürlich nicht ohne sich deswegen vom Pfarrer von der Kanzel herab loben zu lassen. „Ich denke, ich spende genug?!“ sprach der Kaufmann „ aber ich sehe du willst den barmherzigen Samariter spielen, den der Pfarrer in der Predigt so oft erwähnt? Wenn das so ist, musst du auch selbst dafür aufkommen, hier hätte ich einen groben Leinenstoff, daraus kannst du einen schönen Mantel nähen und hier, ein Paar Schuhe, die Löcher in der Sohle musst du selbst dichten. Dafür gibst du mir den kleinen schmalen Ring den du trägst“

    Der Mann war den Tränen nahe, das einzige was ihn an seine Frau erinnerte – aber zuletzt dachte er „meine Frau sitzt in meinem Herzen, ich werde mich auch ohne Ringlein immer an sie erinnern. Aber der Alte zuhause würde den Winter nicht überleben.“ Und so willigte er ein. Weil er aber kein Nähzeug hatte, ging er zum Pfarrhaus und erbat sich dort von der Pfarrköchin etwas Garn und eine Nadel. Sie bot ihm sogar an, den Mantel für ihn zu nähen – als der Pfarrer hinzu trat. „Ich habe gehört du willst den barmherzigen Samariter spielen, den ich in der Predigt so oft erwähnt habe? Und dafür meine Köchin von ihrer gottgefälligen Arbeit abhalten? Nun, um der Nächstenliebe willen soll sie dir von IHREM Garn und eine IHRER Nadeln abgeben. Und sie kann dir auch den Mantel zuschneiden – nähen musst du ihn aber selbst. Doch das ist nicht ganz umsonst, was kannst du geben?“ Der Mann überlegte kurz und bot an: „ich werde im Sommer das feinste Bienenwachs sammeln und daraus duftende Kerzen für die Kirche gießen, die könnt ihr dann segnen und für den Altar nutzen“ „Unsere Kerzen für die Kirche müssen schön, weiß und gerade sein. Und solche Kerzen bekomme ich nur vom Bischof der sie auch segnet. Was also soll ich mit deinen krummen Kerzen? Meinst du, ich kann sie dem Bischof zum segnen vorlegen? Das käme Blasphemie gleich!“ Sprachs und schlug dem Manne die Tür vor der Nase zu.


    Dieser wandte sich traurig ab, aber die Köchin schlich sich durch den Garten, schnitt ihm den Mantel zu und gab ihm Garn und Nadel, sagte ihm wie er die Arbeit am besten schaffte und schlich zurück ins Haus. Der Mann eilte nach Hause und zeigte dem Greis seine Schätze. Dieser lächelte mild und sprach: „du erinnerst mich an den barmherzigen Samariter“ und schlief wieder ein. Der Mann setzte sich an seinen Tisch und nähte den Mantel zusammen, er fand auch noch ein paar Lederreste mit denen er die Schuhsolen reparierte. Abends aßen die beiden zusammen den Rest Brühe mit Brotbröckchen drin und beide waren satt und es schmeckte ihnen sehr. In der Nacht hatte der Mann einen schlimmen Traum. Er träumte von einem tief in der Erde befindlichen Gewölbe. Alles war schwarz aber überall brannten Feuer. Sie erinnerten ihn an das, was der Pfarrer über das Fegefeuer gepredigt hatte und er hörte im Traum lautes Wehklagen und schreien, durchsichtige Arme griffen aus den Feuern ins Leere und selbst im Traum grauste es dem Manne.


    Ängstlich wachte er auf und glaubte seinen Augen nicht zu trauen: auf dem Strohlager auf dem er den Bettler wähnte, saß ein wunderschöner Engel, ganz umgeben von weißem und goldenem Licht. Er lächelte und sprach zu dem Mann: „deine Träume haben dir die Gerechtigkeit gezeigt. Manchmal gefällt es Gott unserem Herrn Gerechtigkeit während des Erdendaseins walten zu lassen. Aber die wahre Gerechtigkeit erfährt man erst nach der Bewährungszeit auf der Welt. Deine Träume haben dir gezeigt wie gerecht es im Reich Gottes vor sich geht. DU wirst in den Paradiesgarten kommen und das Wehklagen welches du heute Nacht im Traum gehört hast, war das Wehklagen des Scheffel, des Kramer, des Unzling und des Pfarrers!


    Nachdem er dies gesprochen hatte, erhob sich der Engel, verabschiedete sich herzlich dankend für die Gastfreundschaft – und war verschwunden. Der Mann saß noch immer wie betäubt auf dem Boden und dachte über das nach was ihm gerade wiederfahren war als er eine liebe und vertraute Stimme hörte die ihn rief. Er lauschte und erkannte die Stimme seiner Frau. Glücklich sank er wieder nieder, schloss die Augen um diesen Traum fest zu halten. Und seine Frau kam, wunderschön wie bei ihrer beiden Vermählung, reichte ihm die Hand und nahm ihn mit sich fort in den Paradiesgarten Gottes.
    © by Eulencamperin

  • Butterbrot und Ameise - Lachgeschichte

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    Die Geschichte vom Butterbrot und der Ameise

    Einmal ist ein Kind mit Mutter und Vater im Wald gewesen, und sie haben unterwegs Butterbrote gegessen im Wald. Das Kind hat ein Stück Brot verloren, es hat gar nichts davon gemerkt.

    Eine Ameise hat das Brot gefunden, und zuerst hat sie sich sehr gefreut. aber das Brot war so groß und schwer, und die Ameise war so klein, sie konnte das Brot nicht in den Ameisenbau tragen.

    Da ist das Wildschwein gekommen, das hat einen großen Happen vom Brot abgebissen. Aber der Jäger ist durch den Wald gegangen, und das Wildschwein ist erschrocken und weggerannt.

    Da ist das Reh gekommen, das hat auch ein Stück von dem Brot gefressen. Aber ein Flugzeug ist über den Wald geflogen, und das Reh ist erschrocken und weggelaufen.

    Da ist ein Hase gekommen der hat auch von dem Brot gefressen. Aber irgendwo hat ein Hund gebellt, und der Hase ist erschrocken und weggesprungen.

    Da ist das Mäuschen gekommen, das hat auch an dem Brot geknabbert. Aber ein Blatt hat im Wind geraschelt, und das Mäuschen ist erschrocken und in sein Mauseloch geschlüpft.

    Da war von dem Brot nur noch ein winziges Krümelchen übrig, das war so leicht, das konnte die Ameise tragen. Und sie war froh und hat das Brotkrümelchen schnell in den Ameisenbau gebracht.

    Viel Grüsse und einen schönen Tag
    Nachbarin

  • Der kranke Frühling

    Der kranke Frühling
    Es war einmal ein kleines Mädchen. Das musste jeden Tag in die Kälte hinaus und Holz sammeln, damit die Mutter zuhause die Stube wärmen und einfache Brotsuppe kochen konnte. Der Winter dauerte nun schon so lange, der April hatte längst begonnen und überall lag noch hoher Schnee. Kein mildes Lüftchen wehte, kein grünes Kräutlein wuchs und die Vögel konnten nicht mehr zwitschern weil die Töne sofort gefroren. Das Mädchen sammelte jeden Tag länger und musste weiter laufen um noch Holz zu finden. Auf ihren Wegen sah sie die Tiere des Waldes, die Baumrinden abnagten weil sie nichts anderes fanden. Sie fand auch manch armes erfrorenes Tier, steif und kalt lagen sie am Wegesrand und das Mädchen war darüber sehr traurig.
    Ihre Mutter machte sich große Sorgen, weil sie nichts mehr zu essen hatten außer hartem Brot, doch auch das ging zur Neige. "Wann kommt denn endlich der Frühling" seufzte die Mutter oft "damit ich zum Markt gehen, meine Näharbeiten anbieten und etwas zu essen kaufen kann" Doch der Winter hielt sein strenges Regiment. Eines Tages ging das Mädchen sehr weit um noch Holz zu finden, doch weit und breit lag nichts an der Erde und die Bäume hatten einen Eispanzer um den Stamm. Das Mädchen war erschöpft und traurig, sie sank an einem der Bäume hin und lehnte sich an den Stamm.Hmmm" säuselte der Baum nach einer Weile " mir wird recht warm dort wo du sitzt"

    Das Mädchen war erstaunt dass der Baum sprach und sah ihn verwundert an "du kannst sprechen? Oder spielt der Wind mir einen Streich?" überlegte sie laut. "Ich spiele keine Streiche" säuselte der kalte Nordwind "Oh" rief das Mädchen "aber du sprichst mit mir?" "Manchmal hören mich Menschen" antwortete der Wind "oder sie hören die Bäume, die Blumen, das Gras. Aber nur die, die reinen Herzens sind!" "Ach lieber Wind, sag mir doch bitte wann der Frühling kommt! Wir warten schon so lange auf ihn!" "Der Frühling ist krank! Er hat keine Kraft und liegt im Sterben" Das Mädchen begann zu weinen und seine Tränen verwandelten sich gleich in kleine Eisperlen. "Warum weinst du?" fragte der Wind "müssen nicht alle mal sterben?" "Ja aber wenn der Frühling nicht gesund wird müssen wir ja ganz lange auf den Sommer warten!" "Der Sommer? Der kommt nur wenn der Frühling schon da war. Kommt der Frühling nicht, bleibt der Sommer auf der anderen Erdhälfte. Und bevor du fragst – der Winter geht erst, wenn der Frühling bereit ist. Und da das nicht geht weil ja der Frühling krank ist und sterben muss, wird der Winter für immer bleiben" Und der Nordwind pfiff recht laut um zu zeigen, dass es ihm eigentlich ganz recht war, denn er tobte gerne mit den Schneeflocken, ließ sie durch die Luft tanzen und ließ sie irgendwann zu Eiszapfen erstarren. Er pfiff noch einmal und zog mit lautem heulen weiter.

    "Weine nicht mehr" wisperte der Baum dem Mädchen zu "der Frühling war schon oft krank, schwer krank – aber er konnte geheilt werden. Von Kindern wie dir!" "Wie kann man denn dem Frühling helfen?" fragte das Mädchen "ich weiß ja nicht einmal wo er ist?!" Indem es sprach fiel ein kleiner Vogel wie tot vor ihm nieder. Es bückte sich und hob ihn auf "sein Herz klopft noch" rief es erschrocken aus und begann ihm mit seinem Atem zu wärmen. "Höre" sprach der Baum " dort wo du mich gewärmt hast ist der Panzer aus Eis geschmolzen. Nimm vorsichtig etwas Rinde ab, darunter wirst du genug Gewürm finden um dem Vogel zu helfen. Er ist kurz vor dem verhungern" Das Mädchen tat was ihm der Baum geraten hatte und der kleine Vogel schlang gierig die dargebotenen Leckerbissen herunter. Das Mädchen steckte den Vogel in seine Tasche, wickelte noch ein paar Würmchen in sein Tuch und sprach zu dem Baum, dass es dem Frühling auch helfen wolle. Den Baum freute es , auch wenn er es nicht zeigen konnte und versprach dem Mädchen zu helfen. Er rief den Südwind und bat ihn, dem Mädchen den Weg zum Berg der Jahreszeiten zu zeigen. Der Südwind zwackte eine kleine Brise ab und die wehte vor dem Mädchen her und wo sie längs strich, tauten Schnee und Eis und das Mädchen brauchte nicht mehr frieren. Am Abend standen sie vor einem großen Berg und das laue Lüftchen verabschiedete sich von dem Mädchen, sagte ihm noch wie es in den Berg hinein käme und verwehte.

    Das Mädchen fand, wie vom Lüftchen verraten, das große Tor im Berg und rief so laut es konnte "Berg der Jahreszeiten, lass mich ein!" und das Tor öffnete sich etwas , so dass es hinein schlüpfen konnte. Drinnen im Berg stand es staunend still und sah sich um. Es funkelte von Gold und Diamanten, alles war hell und freundlich und warm. Vier Türen waren dort, an jeder stand der Name einer Jahreszeit. Sie waren verschlossen, allein die Tür den Winters war leicht geöffnet. Das Mädchen fasste sich ein Herz und ging auf diese Tür zu. Plötzlich donnerte es laut aus jenem Raum und eine häßliche Lache war zu hören. "Hui!" rief der Winter "das war eine recht große Lawine!" und freute sich. Dem Mädchen ward richtig bang ums Herz und sie schlich davon. Zu gräßlich sah der Winter aus in seiner Kälte.

    Recht grimmig sein lachen und schadenfroh sein Gesicht. Das Mädchen ging leise auf die Tür des Frühlings zu, wusste aber nicht wie sie diese öffnen sollte. Zaghaft klopfte es. "es war zu leise" dachte es bei sich, traute sich aber auch nicht lauter zu klopfen, aus Angst der Winter könne sie hören. Plötzlich wurde ihr heiß, richtig heiß und eine Stimme sprach leise, wie Grillengezirpe zu ihr " was tust du hier? Willst du zum Frühling?" Das Mädchen erkannte den Sommer und nickte. Der Sommer öffnete die Tür zum Frühling und das Mädchen schlüpfte hinein. Drinnen war überall helles Grün, Schneeglöckchen, Krokusse, Schlüsselblumen blühten, Weidenkätzchen und Blüten an den Bäumen. In der Mitte stand ein großes Bett, darin lag ein steinalter Mann.

    Zaghaft trat das Mädchen auf das Krankenlager zu und schaute den Alten unverwandt an. Endlich fasste es sich ein Herz und sprach ihn an "Herr Frühling?" Doch es bekam keine Antwort. Ihr fiel auf, dass außer ihrer Frage kein Ton zu hören war. In Ihrer Tasche regte sich der kleine Vogel und sie nahm ihn heraus, gab ihm das letzte Würmlein. Der kleine Vogel saß auf ihrer Hand und putzte sich das Gefieder. Dankbar warf er einen Blick auf das Mädchen, schüttelte sich und flog auf. Er flatterte durch das Frühlingszimmer und ließ sich auf einem blühenden Kirschzweig nieder.
    Er hob das Köpfchen und sang. Er sang so wunderschön von warmen Sonnenstrahlen und bunten Blumenteppichen. Sein Gesang ließ den Frühling erwachen, er blickte sich verwundert um und sprach leise " wer singt hier so wunderschön und weckt mich?" als er auch schon das Vögelchen erblickte. "Wo kommst du denn her?" fragte der Frühling, doch der Vogel sang einfach nur weiter. Das Mädchen fasste sich ein Herz und sprach "ich habe ihn mitgebracht" Der Frühling setzte sich in seinem Bett auf. "Bist du gekommen um mich zu heilen?" fragte er das Mädchen, welches nur stumm nicken konnte. "Woher hast du den Vogel, ist das deiner?" wollte der alte Frühling wissen. "Nein" sprach das Mädel jetzt mit fester Stimme " Vögel können einem nicht gehören. Und wenn dann gehören sie dem Himmel. Gott hat sie zur Freude aller Menschen geschaffen und man darf sie nicht einsperren" und dann erzählte sie, wie sie zu dem Vögelchen gekommen war. Der Frühling seufzte. "Habe ich wieder so lange geschlafen, dass Menschen und Tiere Not leiden müssen?" "Ihr seid krank" sprach das Mädchen, "deswegen liegt ihr im Bett" -  "Ja" erwiderte der alte Mann Frühling, "ich werde immer ganz schwach und krank wenn ich die Kälte der Menschen sehen und fühlen muss. Wenn mein Bruder, der Winter, sogar friert weil die Menschen kaltherzig sind und sich für nichts und niemanden erwärmen können" "Aber es sind doch nicht alle Menschen so!" rief das Mädchen aus "es gibt auch Menschen, die anderen helfen und ein gutes Herz haben!"

    "Ja, das stimmt wohl" sprach der Frühling " doch es werden immer weniger! Anderen etwas abgeben denen es nicht so gut geht, nicht immer auf den eigenen Vorteil bedacht sein…. ‘‘ Er machte eine Pause, dann stand er auf. Er nahm das Mädchen bei der Hand und ging mit ihr über seine Frühlingswiesen zu einem kristallklarem Bach. "Sieh her" er zeigte auf das Wasser und tippte mit dem Finger hinein. Es entstand ein Bild von einem Bettler, dem gerade die Tür vor der Nase zugeschlagen wurde. "Oder hier" wieder tippte der Frühling ins Wasser und man sah zwei Jungen von dem der eine dem anderen das Stück Brot wegnahm um es auch noch zu essen. "Und hier" wieder berührte er das Wasser mit einem Finger und sie sahen, wie ein reicher Bauer seinen Knecht auslachte, weil der nichts mehr zu essen vorfand.

    "Solange Liebe und Hoffnung, Großmut und Güte aus den Herzen der Menschen verbannt sind, werde ich nicht mehr erscheinen können" erklärte der Frühling dem Mädchen. Nun berührte das Mädchen das Wasser und sie sahen die Stube ihrer Mutter. Ein Bettler saß an ihrem Tisch und aß Brotsuppe, die die Mutter ihm hingestellt hatte. Sie erkannten beide den Bettler, der gerade vorher an einer anderen Tür verjagt wurde. Er aß dankbar das karge Gericht, froh darüber in einer trockenen Stube etwas Warmes essen zu können. "Ihr seid großherzig" dankte er der Mutter " eine Eigenschaft die es kaum noch gibt" Die Mutter schaute den Bettler sorgenvoll an und antwortete " mein kleines Mädchen ist draußen um Holz zu sammeln. Sie ist schon so lange fort und ich hoffe, dass auch sie irgendwo Herberge findet und dass man ihr etwas zu essen gibt. Ich weiß dass wir wegen des langen Winters schwere Zeiten haben, aber ich hoffe und bete für meinen kleinen Sonnenschein" und Tränen liefen ihr über das Gesicht.
    Der Frühling wandte sich von dem Bild ab. Es hatte ihn tief ergriffen. "Ich bin froh dass du zu mir kamst! Du hast mir gezeigt, dass es noch Liebe, Güte, Hoffnung unter den Menschen gibt" Er stand auf, streckte sich, öffnete sein Fenster und blies warmen Wind in die Welt. Alsbald taute der Schnee und er seufzte: "mögen doch die kältesten Herzen so auftauen wie der Schnee und das Eis meines Bruders!" Er sei nun wieder genesen erklärte er dem Mädchen und forderte sie auf zum Dank etwas von dem Gold und den Diamanten aus der großen Vorhalle mit zu nehmen. Da das Mädchen sich nicht getraute gab er ihr eine kleine Geldbörse "es ist eine Börse die niemals leer wird. Nimm sie und tu Gutes damit" Damit entließ er das Kind und ehe es sich versah, stand es wieder vor dem Berg. Aber Schnee und Eis waren verschwunden, es war warm und überall blühte es. Das kleine Vögelchen, welchem sie das Leben gerettet hatte zwitscherte und flog vor ihr her, zeigte ihr den Weg nach Hause. Ihre Mutter war überglücklich und staunte über das Abenteuer welches das Töchterlein erlebt hatte. Das Mädchen hielt sein Versprechen gegenüber dem Frühling, es tat mit dem Geld Gutes, sie bauten eine Herberge für Wanderer und Bettler und alle wurden freundlich aufgenommen und bewirtet. Und das Mädchen freute sich, weil der Frühling gesund war und durch ihre und ihrer Mutter Herzensgüte nicht mehr krank wurde.
    (© Eulencamperin)

  • Die eitle Krähe

    Es war einmal.. eine Krähe, die entschloß sich, weiter weg von zu Hause und den Freunden zu fliegen als sonst. Bald traf sie auf ein Gruppe Pfauen.

    Was für wunderschöne Vögel sie waren! Die Krähe hatte noch nie so schöne Federn gesehen und fragte die Vögel, was sie wären.

    "Wir sind Pfauen", sagte einer von ihnen und schlug ein Rad.
    Und als der Pfau herumstolzierte und der Krähe sein prächtiges Federkleid zeigte, stieß er einen Pfauenschrei aus. Die Krähe verabschiedete sich und flog nach Hause, die beiden Pfauen konnte sie aber nicht vergessen.

    "So schöne Federn: Wie glücklich müssen sie sein, daß sie so schön sind." Sie blickte traurig auf ihre eigenen häßlichen Federn. Von dem Tag an konnte sie nur noch an die Schönheit der Pfauen und ihre eigenen einfachen Federn denken.

    Sie begann den Pfauen aufzulauern, und je mehr sie diese herumstolzieren sah, desto eifersüchtiger wurde sie. Eines Tages merkte sie, daß ein Pfau eine Feder verloren hatte. Die Krähe hob sie auf und versteckte sie. An einem anderen Tag fand sie erneut eine Feder. Als sie vier Stück hatte, steckte sie die Federn in ihr eigenes Gefieder und fing an, vor ihren Freunden auf und ab zu laufen, damit sie ihren Schwanz bewundern konnten.

    "Seht nur mein traumhaftes Gefieder!" sagte sie stolz. "Ich bin nicht so häßlich wie ihr! Geht weg, ihr vermotteten Krähen!"

    Die Krähen lachten über sie. "Du bist nichts als eine Krähe, auch mit den bunten Federn da!" spotteten sie.

    "Und ihr seid genau so dumm wie häßlich!" antwortete die eitle Krähe und flog fort, um mit den Pfauen zu leben. Als die Pfauen sie sahen, glaubten sie, sie sei ein Pfau, der fast alle seine Federn verloren hatte und sie hatten Mitleid mit ihr. Aber die Krähe wollte noch mehr Aufmerksamkeit. Sie versuchte, wie die Pfauen zu kreischen, wenn sie ein Rad schlagen. Aber das harte "Kra! Kra! Kra!" verriet die Krähe schnell. Die verärgerten Pfauen schnappten sich die gestohlenen Federn und jagten die Krähe davon. Arme Krähe! Traurig und entmutigt flog sie zurück zu ihren Freunden, aber keiner wollte mit ihr reden. Alle Krähen drehten ihr den Rücken zu, weil sie versucht hatte, etwas zu sein, was sie nicht war.

    Sollten wir uns nicht auch ab und zu an der Nase ziehen? Es heißt doch in einen Sprichwort "Du bist stolz wie ein Pfau"

     

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