Es war einmal ein alter Mann der zeitlebens ehrlich und tüchtig war, es aber nicht zu Wohlstand gebracht hatte. Seine Frau war gestorben, er lebte sehr bescheiden aber gab sogar noch anderen. Klopfte ein Bettler an seine Tür so bat er ihn gastfreundlich herein, teilte sein Essen mit ihm und wenn er mal ein Stück Fleisch hatte, so gab er das dem Bettler. Er dachte bei sich „du hast jeden Tag etwas auf dem Tisch, der arme Mann sicherlich nicht. Also soll er sich hier richtig satt essen“

Selbst Brotkrümel warf er nicht fort sondern fütterte damit die Vögel. Er ging Sonntags zur Kirche und warf auch immer etwas in den Klingelbeutel. Aber der Mann grämte sich, weil er nicht mehr geben konnte. Oftmals haderte er mit seinem Schicksal und sprach im Stillen zu Gott „ich habe meinem König treu gedient, ich habe immer gearbeitet und war niemals verschwenderisch. Ist das der Lohn dafür, dass man jeden Pfennig dreimal umdrehen muss? Warum hast Du mich nicht Kaufmann werden lassen, wie den dicken Johann Kramer? Oder Apotheker wie den Jakob Unzling? Warum wurde ich nicht auf einem schönen Hof geboren wie der Bauer Hans Scheffel? Warum geht’s nicht ein klein bisserl gerechter auf der Welt zu?
Eines Tages im Winter klopfte es bei ihm und ein zerlumpter steinalter Mann stand vor der Tür.

Seine Kleider waren so abgetragen, dass sie kaum noch zusammen hielten und er selbst war sehr schwach. Der Mann holte den Bettler in sein Haus und richtete als erstes sein eigenes Bett, damit der Greis sich wärmen konnte und kochte eine Brotsuppe. Die war aber sehr dünn und konnte kaum die Lebensgeister wecken. Der Bettler fieberte und stöhnte, konnte kaum etwas essen. „Dem Mann muss geholfen werden sonst stirbt er“ dachte der Arme bei sich, legte noch etwas Holz ins Feuer und versprach dem Bettler bald zurück zu sein. Dann machte er sich auf den Weg zum Bauern Scheffel, klopfte an dessen Tür und bat um ein altes Huhn für eine kräftige Suppe. Nicht für sich selbst, betonte er und Bauer Scheffel fragte neugierig für wen es denn sein solle?! Der Mann erklärte es kurz und Bauer Scheffel schaute ihn verschlagen an: „so so, du willst den barmherzigen Samariter spielen, den der Pfarrer in der Predigt so oft erwähnt? Dann musst du auch die Kosten tragen! Überschreibe mir deinen kleinen Acker und du bekommst das Huhn!“ Der arme Mann stotterte „aber… ich habe doch nur dieses kleine Stückchen Land was du Acker nennst! Darauf baue ich Kartoffeln und Kohl für den Winter an – sofern ich Saatgut habe, damit ich im Winter etwas zu essen habe!“ „Ja und?“ fuhr ihn der Bauer an „umsonst ist nicht einmal der Tod!“ und wollte die Tür zuschlagen. Doch der Mann willigte ein und der reiche Bauer gab ihm ein altes, zähes Huhn „das lass nur recht lange kochen, da macht dich der Geruch schon satt“
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Der Mann eilte nach Hause und setzte einen großen Topf mit Wasser über dem Feuer auf in den er das Huhn gab. Er ging zum Bettler und erschrak weil dieser wie das Feuer selbst im Fieber glühte. Er machte sich erneut auf den Weg, diesmal zum Apotheker. Unwillig über die späte Störung öffnete dieser die Tür „was willst du?“ fragte er als er den Mann erkannte. „Ich brauche Medizin gegen Fieber, ganz dringend“ „Wozu? Du scheinst kein Fieber zu haben?!“ lachte der Apotheker. „Nein, ich nicht! Aber ein Bettler stand vor meiner Tür und der leidet Fieberqualen!“ erwiderte der Mann „Ach so, du willst den barmherzigen Samariter spielen, den der Pfarrer in der Predigt so oft erwähnt? Die Medizin kostet aber!“ „Ich habe doch nichts! So gebt mir doch um der Barmherzigkeit Willen etwas von der Medizin!“ „Barmherzigkeit? Davon kann ich nicht leben, aber du hast zwei Goldringlein an deiner Hand, gib mir einen davon und du bekommst was du brauchst“ Der Mann erschrak – die Ringe waren die Eheringe von ihm und seiner verstorbenen Frau. Er dachte bei sich: gib ihm deinen Ring, den Ring deiner Frau behältst du zum Andenken an sie. Und so willigte er ein. Der Apotheker gab ihm ein kleines Tütchen mit Kräutern aus dem er einen Sud kochen und heiß verabreichen sollte.

Er eilte nach Hause, bereitete den Tee und flößte ihm dem Greis ein. Beruhigt sah er, dass der Alte ruhiger atmete und nach einiger Zeit das Fieber tatsächlich sank. Nun legte er sich selbst auf den Boden vor dem Feuer und schlief sofort ein. Ihm träumte dass er auf einer große Wiese ging, so groß dass man weder Anfang noch Ende sehen konnte. Kristallklare Bäche plätscherten sacht, überall wuchsen Obstbäume mit den herrlichsten Früchten und Vögel zwitscherten. Und noch etwas war zu hören, eine wundersame Melodie die sich in die Seele grub und alle Sehnsucht stillte.

Am Morgen ging es dem Bettler sehr viel besser und dankbar schlürfte er die heiße Hühnerbrühe, die der Mann ihm gänzlich überließ während er selbst nur trockenes Brot aß. Er sprach zu dem Alten : “bleib nur noch hier bis du wieder gesund bist, es wird wieder kälter und hier ist es warm. Gehst du jetzt fort wirst du wieder richtig krank.“ Der Bettler blickte ihn dankbar an und sank wieder aufs Bett, denn er war noch recht geschwächt. Der Mann überlegte, dass der Alte in dem Zeug schneller den Tod finden würde als er sich umdrehen kann. Da er selbst nur das hatte, was er am Leibe trug, machte er sich wieder auf den Weg, diesmal zum Kaufmann Kramer. Er betrat das Kontor und wartete, bis der Kaufmann ihn ansprach. „Nun? Was möchtest du?“ „Ich komme nicht meinetwegen, es ist so dass ich Sie um einen einfachen Mantel bitten möchte – und vielleicht um ein Paar Schuhe. Gebraucht natürlich!“ Denn der Kramer-Kaufmann nahm auch getragene Kleidung in günstige Zahlung, die er hin und wieder ‚der Kirche‘ für Bedürftige spendete, natürlich nicht ohne sich deswegen vom Pfarrer von der Kanzel herab loben zu lassen. „Ich denke, ich spende genug?!“ sprach der Kaufmann „ aber ich sehe du willst den barmherzigen Samariter spielen, den der Pfarrer in der Predigt so oft erwähnt? Wenn das so ist, musst du auch selbst dafür aufkommen, hier hätte ich einen groben Leinenstoff, daraus kannst du einen schönen Mantel nähen und hier, ein Paar Schuhe, die Löcher in der Sohle musst du selbst dichten. Dafür gibst du mir den kleinen schmalen Ring den du trägst“

Der Mann war den Tränen nahe, das einzige was ihn an seine Frau erinnerte – aber zuletzt dachte er „meine Frau sitzt in meinem Herzen, ich werde mich auch ohne Ringlein immer an sie erinnern. Aber der Alte zuhause würde den Winter nicht überleben.“ Und so willigte er ein. Weil er aber kein Nähzeug hatte, ging er zum Pfarrhaus und erbat sich dort von der Pfarrköchin etwas Garn und eine Nadel. Sie bot ihm sogar an, den Mantel für ihn zu nähen – als der Pfarrer hinzu trat. „Ich habe gehört du willst den barmherzigen Samariter spielen, den ich in der Predigt so oft erwähnt habe? Und dafür meine Köchin von ihrer gottgefälligen Arbeit abhalten? Nun, um der Nächstenliebe willen soll sie dir von IHREM Garn und eine IHRER Nadeln abgeben. Und sie kann dir auch den Mantel zuschneiden – nähen musst du ihn aber selbst. Doch das ist nicht ganz umsonst, was kannst du geben?“ Der Mann überlegte kurz und bot an: „ich werde im Sommer das feinste Bienenwachs sammeln und daraus duftende Kerzen für die Kirche gießen, die könnt ihr dann segnen und für den Altar nutzen“ „Unsere Kerzen für die Kirche müssen schön, weiß und gerade sein. Und solche Kerzen bekomme ich nur vom Bischof der sie auch segnet. Was also soll ich mit deinen krummen Kerzen? Meinst du, ich kann sie dem Bischof zum segnen vorlegen? Das käme Blasphemie gleich!“ Sprachs und schlug dem Manne die Tür vor der Nase zu.

Dieser wandte sich traurig ab, aber die Köchin schlich sich durch den Garten, schnitt ihm den Mantel zu und gab ihm Garn und Nadel, sagte ihm wie er die Arbeit am besten schaffte und schlich zurück ins Haus. Der Mann eilte nach Hause und zeigte dem Greis seine Schätze. Dieser lächelte mild und sprach: „du erinnerst mich an den barmherzigen Samariter“ und schlief wieder ein. Der Mann setzte sich an seinen Tisch und nähte den Mantel zusammen, er fand auch noch ein paar Lederreste mit denen er die Schuhsolen reparierte. Abends aßen die beiden zusammen den Rest Brühe mit Brotbröckchen drin und beide waren satt und es schmeckte ihnen sehr. In der Nacht hatte der Mann einen schlimmen Traum. Er träumte von einem tief in der Erde befindlichen Gewölbe. Alles war schwarz aber überall brannten Feuer. Sie erinnerten ihn an das, was der Pfarrer über das Fegefeuer gepredigt hatte und er hörte im Traum lautes Wehklagen und schreien, durchsichtige Arme griffen aus den Feuern ins Leere und selbst im Traum grauste es dem Manne.

Ängstlich wachte er auf und glaubte seinen Augen nicht zu trauen: auf dem Strohlager auf dem er den Bettler wähnte, saß ein wunderschöner Engel, ganz umgeben von weißem und goldenem Licht. Er lächelte und sprach zu dem Mann: „deine Träume haben dir die Gerechtigkeit gezeigt. Manchmal gefällt es Gott unserem Herrn Gerechtigkeit während des Erdendaseins walten zu lassen. Aber die wahre Gerechtigkeit erfährt man erst nach der Bewährungszeit auf der Welt. Deine Träume haben dir gezeigt wie gerecht es im Reich Gottes vor sich geht. DU wirst in den Paradiesgarten kommen und das Wehklagen welches du heute Nacht im Traum gehört hast, war das Wehklagen des Scheffel, des Kramer, des Unzling und des Pfarrers!

Nachdem er dies gesprochen hatte, erhob sich der Engel, verabschiedete sich herzlich dankend für die Gastfreundschaft – und war verschwunden. Der Mann saß noch immer wie betäubt auf dem Boden und dachte über das nach was ihm gerade wiederfahren war als er eine liebe und vertraute Stimme hörte die ihn rief. Er lauschte und erkannte die Stimme seiner Frau. Glücklich sank er wieder nieder, schloss die Augen um diesen Traum fest zu halten. Und seine Frau kam, wunderschön wie bei ihrer beiden Vermählung, reichte ihm die Hand und nahm ihn mit sich fort in den Paradiesgarten Gottes.
© by Eulencamperin

Ihre Mutter machte sich große Sorgen, weil sie nichts mehr zu essen hatten außer hartem Brot, doch auch das ging zur Neige. "Wann kommt denn endlich der Frühling" seufzte die Mutter oft "damit ich zum Markt gehen, meine Näharbeiten anbieten und etwas zu essen kaufen kann" Doch der Winter hielt sein strenges Regiment. Eines Tages ging das Mädchen sehr weit um noch Holz zu finden, doch weit und breit lag nichts an der Erde und die Bäume hatten einen Eispanzer um den Stamm. Das Mädchen war erschöpft und traurig, sie sank an einem der Bäume hin und lehnte sich an den Stamm.Hmmm" säuselte der Baum nach einer Weile " mir wird recht warm dort wo du sitzt"
Er hob das Köpfchen und sang. Er sang so wunderschön von warmen Sonnenstrahlen und bunten Blumenteppichen. Sein Gesang ließ den Frühling erwachen, er blickte sich verwundert um und sprach leise " wer singt hier so wunderschön und weckt mich?" als er auch schon das Vögelchen erblickte. "Wo kommst du denn her?" fragte der Frühling, doch der Vogel sang einfach nur weiter. Das Mädchen fasste sich ein Herz und sprach "ich habe ihn mitgebracht" Der Frühling setzte sich in seinem Bett auf. "Bist du gekommen um mich zu heilen?" fragte er das Mädchen, welches nur stumm nicken konnte. "Woher hast du den Vogel, ist das deiner?" wollte der alte Frühling wissen. "Nein" sprach das Mädel jetzt mit fester Stimme " Vögel können einem nicht gehören. Und wenn dann gehören sie dem Himmel. Gott hat sie zur Freude aller Menschen geschaffen und man darf sie nicht einsperren" und dann erzählte sie, wie sie zu dem Vögelchen gekommen war. Der Frühling seufzte. "Habe ich wieder so lange geschlafen, dass Menschen und Tiere Not leiden müssen?" "Ihr seid krank" sprach das Mädchen, "deswegen liegt ihr im Bett" - "Ja" erwiderte der alte Mann Frühling, "ich werde immer ganz schwach und krank wenn ich die Kälte der Menschen sehen und fühlen muss. Wenn mein Bruder, der Winter, sogar friert weil die Menschen kaltherzig sind und sich für nichts und niemanden erwärmen können" "Aber es sind doch nicht alle Menschen so!" rief das Mädchen aus "es gibt auch Menschen, die anderen helfen und ein gutes Herz haben!"
Der Frühling wandte sich von dem Bild ab. Es hatte ihn tief ergriffen. "Ich bin froh dass du zu mir kamst! Du hast mir gezeigt, dass es noch Liebe, Güte, Hoffnung unter den Menschen gibt" Er stand auf, streckte sich, öffnete sein Fenster und blies warmen Wind in die Welt. Alsbald taute der Schnee und er seufzte: "mögen doch die kältesten Herzen so auftauen wie der Schnee und das Eis meines Bruders!" Er sei nun wieder genesen erklärte er dem Mädchen und forderte sie auf zum Dank etwas von dem Gold und den Diamanten aus der großen Vorhalle mit zu nehmen. Da das Mädchen sich nicht getraute gab er ihr eine kleine Geldbörse "es ist eine Börse die niemals leer wird. Nimm sie und tu Gutes damit" Damit entließ er das Kind und ehe es sich versah, stand es wieder vor dem Berg. Aber Schnee und Eis waren verschwunden, es war warm und überall blühte es. Das kleine Vögelchen, welchem sie das Leben gerettet hatte zwitscherte und flog vor ihr her, zeigte ihr den Weg nach Hause. Ihre Mutter war überglücklich und staunte über das Abenteuer welches das Töchterlein erlebt hatte. Das Mädchen hielt sein Versprechen gegenüber dem Frühling, es tat mit dem Geld Gutes, sie bauten eine Herberge für Wanderer und Bettler und alle wurden freundlich aufgenommen und bewirtet. Und das Mädchen freute sich, weil der Frühling gesund war und durch ihre und ihrer Mutter Herzensgüte nicht mehr krank wurde.






vor Überfällen solcher Heerscharen nicht mehr sicher und recht bald müssten wir beide mit gesundheitlichen Schwierigkeiten rechnen!
Mir gefällt diese "Rasselbande - die halten zusammen wie Pech und Schwefel "


